Auswahl der Tiere / wie viel Gesellschaft sollte sein?

 

Da Kaninchen sehr soziale Tiere sind sollte immer mind. ein Partnertier vorhanden sein.

Sie benötigen die Gesellschaft von anderen Langohren um zufrieden und glücklich zu sein - und das ist wohl ein Punkt, den jeder Halter erfüllen möchte.

 

Bei zwei Kaninchen empfiehlt sich immer die Haltung eines Pärchens - sprich ein kastrierter Rammler und eine Häsin. 

Bei der Anschaffung zweier Jungtiere ist der Rammler i.d.R. noch unkastriert, sodass eine baldige Vorstellung beim Tierarzt erfolgen sollte, um den Kastrationszeitpunkt zu bestimmen. Gleichzeitig erfolgt hierbei natürlich eine allgemeine Untersuchung sowie ggf. die erste Impfung.

Je nach Entwicklung muss, um Nachwuchs zu vermeiden, nach der Kastration noch eine mehrwöchige Trennung der Tiere erfolgen. Ob dies bei Ihren Kaninchen der Fall ist wird Ihnen meist nach der OP mitgeteilt.

 

Von der Haltung zweier Häsinnen, ohne männlichen Begleiter, ist eher abzuraten. Häsinnen können mitunter sehr zickig sein und nicht selten ist die Wohngemeinschaft zweier Kaninchendamen mit sehr viel Stress für die Tiere verbunden, welcher sich auch im Gesundheitszustand bemerkbar machen kann.

Ein männlicher Mitbewohner sollte i.d.R. vorhanden sein, damit die WG ruhig und entspannt ist.

Sollten Sie sich für die Haltung einer kleinen Gruppe (drei oder mehr Langohren) entscheiden, so sollte diese aus einem kastrierten Kaninchenmann und zwei oder mehr Damen bestehen.

Desweiteren spielt natürlich auch bei Kaninchen die Sympathie eine Rolle. So ist es in einer Gruppe natürlich leichter einen passenden "Freund bzw. Freundin" zu finden, ohne dass es eine "Zwangsgemeinschaft" ist.

 

Die Haltung zweier Rammler ist, vorallem für Anfänger, nicht sehr zu empfehlen. Zwar gibt es durchaus Wohngemeinschaften mit männlichen Kaninchen, die gut funktionieren, jedoch ist hierfür immer eine frühzeitige Kastration und entsprechend viel Platz für die Tiere nötig. Daher raten wir von der Haltung zweier Rammler i.d.R. ab.

 

Neben passender Gesellschaft und einer guten Ernährung fehlt natürlich noch ein dritter Punkt, um Ihren Langohren eine langes, glückliches Leben zu ermöglichen:

die richtige Kaninchen-Wohnung.

 

Das Kaninchen-Eigenheim

 

Hier empfiehlt es sich selbst etwas kreativ zu werden und eine nette Behausung zu bauen, denn leider gibt es im Handel keine ausreichend großen Ställe und auch die Gitterkäfige sind viel zu klein und sollten maximal als dauerhaft offen stehender Rückzugsort genutzt werden.

An dieser Stelle kommt fast immer die berechtigte Frage: warum werden dann zu kleine Käfige angeboten?

Leider sind die Hersteller solcher Käfige nicht mit der Zeit gegangen. Vor einigen Jahren war es die Regel, dass Kaninchen (z.T. auch alleine) in einen Käfig gesperrt worden sind. Glücklicherweise ist man heute, was die artgerechte Haltung betrifft, deutlich weiter und weiß es besser. Jedoch sind weder die Zoohandlungen noch die Hersteller mitgegangen, und solange die üblichen Käfige noch gekauft werden (aus Unwissenheit oder aufgrund falscher Beratung) wird sich daran so schnell auch nichts ändern, leider.

Also sollte hier die Devise lauten: selbst tätig werden.

Außerdem kann man selbst gebaute / gebastelte Gehege auch pefekt zur Wohnungseinrichtung fertigen, während die Gitterkäfige auch alles andere als hübsch anzusehen sind.

Für die Wohnungshaltung können aber auch wunderbar mehrere Außengehege verbunden  werden, um den Langohren einen entsprechend großen Bereich in einem Raum zu bieten.

Bzgl. der Gehegegröße kann man nur sagen: zu groß kann es auf keinen Fall sein. Schaffen Sie Ihren Hopplern also so viel Platz wie möglich. Da Kaninchen sehr bewegungs-, renn- und springfreudige Tiere sind wird zu einer Größe von mind. 2qm pro Tier geraten.

Dieser Platz sollte den Tieren natürlich rund im die Uhr zur freien Verfügung stehen.

Die Variante mit einem kleineren Gehege und ein paar Stunden zusätzlichem Auslauf ist nicht artgerecht.

Auch wir möchten uns ja frei bewegen können wann wir möchten - da geht es unseren Kaninchen nicht anders.

 

Man kann Kaninchen, nach entsprechender Vorbereitung, auch frei in der Wohnung halten - meist werden die Langohren wunderbar stubenrein und nutzen eine "Toilette". Allerdings benötigt diese Haltungsmethode natürlich eine absolut sichere Wohnung ohne zu kleine Ritzen (z.B. unter der Spülmaschine oder hinter dem Kühlschrank), alle Kabel müssen außer Reichweite sein und Treppen müssen absturzgesichert werden.

 

Als dritte (und wahrscheinlich natürlichste) Haltungsform bleibt noch die (ganzjährige) Außenhaltung.

Ehrlicherweise muss man aber auch erwähnen, dass dies in der Bauphase sicherlich die meiste Arbeit erfordert: das Gehege muss ein- und ausbruchsicher gestaltet und vor Fressfeinden gesichert werden, es müssen isolierte, trockene Rückzugsorte vorhanden sein und nicht zu vergessen: bauen Sie das Gehege so, dass eine regelmäßige Reinigung ohne Probleme durchführbar ist - sprich sie sich auch selbst problemlos in dem Gehege bewegen können.

 

Auch Kaninchen möchten es wohnlich eingerichtet haben . . .

 

Und nicht zu vergessen ist natürlich die Einrichtung: Kaninchen sind Fluchttiere und benötigen entsprechende Versteckmöglichkeiten. Hier können Sie Ihrer Fantasie nahezu freien Lauf lassen - Weidenbrücken, Baumrindentunnel, Häuschen, verschiedene Steine, Äste / frische Zweige, liegende Blumentöpfe, . . . es gibt jede Menge Möglichkeiten. 

Sie sollten nur ein paar Dinge beachten:

- alle Versteckmöglichkeiten sollten groß genug sein, damit die Tiere nicht stecken bleiben können

- Häuser sollten mind. zwei Ein-/Ausgänge besitzen, um Engstellen/Sackgassen zu vermeiden 

- die Verstecke sollten sicher verarbeitet sein (ohne herausragende Draht- oder Nagelspitzen), um Verletzungen zu vermeiden

- auch sollten die Verstecke selbst groß genug sein, dass ggf. auch mehrere Tiere darin Platz haben, manche Kaninchen sind auch in ihren Verstecken lieber in Gesellschaft als allein

Je mehr Platz das Gehege bietet, desto mehr Einrichtungsgegenstände lassen sich unterbringen, mit denen Ihre Kaninchen sich beschäftigen können. 

Wichtig ist aber darauf zu achten dass es ein ausgewogenes Verhältnis zwischen freier Fläche und Vestecken gibt, das Gehege Ihrer Langohren soll ja schließlich kein Fitness-Bootcamp werden.

 

Und wenn Sie dann noch verschiedene Futter- und Wasserstellen anbieten, sodass jedes Tier zu jeder Zeit an Nahrung und Wasser kommt (auch wenn es mal einen kleinen Streit unter den Langohren gibt) steht einem langen, glücklichen Kaninchen-Leben nichts mehr im Wege.

Und Sie werden jede Menge Spaß haben, Ihre Langohren beim Spielen, Kuscheln, Futtern und auch Schlafen zu beobachten.