Überschrift

Auswahl der Tiere / Partnerwahl

Auch bei Meerschweinchen gilt: mindestens ein Partnertier muss vorhanden sein, damit Ihre Schweinchen sich auch wohl fühlen können.

Gerade für Anfänger empfiehlt sich die Haltung eines Pärchens, bzw. noch besser: einer Haremsgruppe. Ideal sind zwei Weibchen mit einem Böckchen, welches natürlich auch kastriert werden muss.

Je nach Entwicklungsstand des Böckchens kann eine mehrwöchige Trennung von den Meerschweindamen nötig sein. Abhilfe schafft hier die so genannte Frühkastration, bei der die Meerschweinböckchen mit einem Alter von ca. vier Wochen und einem Gewicht von ca. 250g, vor Eintritt der Geschlechtsreife kastriert werden und somit gar nicht erst fruchtbar sind.

 

Wichtig ist auch, dass zu Jungtieren immer mind. ein erwachsenes Tier gesetzt werden sollte. Meerschweinchen benötigen, um ein gutes Sozialverhalten zu erlernen, die ersten Monate ihres Lebens einen Erzieher an ihrer Seite, zwei oder mehr Jungtiere im Alter von wenigen Wochen sollten nicht alleine gehalten werden.

Auch wenn man seinen Meerschweinchen zu Beginn vielleicht nicht anmerkt, dass sie wichtige Lektionen in punkto Sozialverhalten verpasst haben; spätestens bei einer nötig gewordenen Neu-Vergesellschaftung (z.B. nach dem Tod eines Tieres) gibt es häufig Probleme.

 

Die Haltung zweier oder mehrerer Weibchen ohne Kastrat hat sich als nicht empfehlenswert herausgestellt. Neben häufig auftretenden Zickereien während der Brunst scheinen Meerschweinweibchen ohne männliches Partnertier auch häufiger unter Eierstockzysten zu leiden.

Es sollte also immer ein Kastrat bei den Damen wohnen, dieser sorgt für mehr Ruhe in der Gruppe und schlichtet bei evtl. auftretenden Zickereien.

 

Eine reine Jungs-WG ist ebenso möglich, jedoch sind hierbei ein paar mehr Regeln, vorallem bzgl. des Platzes und der Einrichtung des Geheges, zu beachten, dazu später mehr. Auch bei reiner Bockhaltung empfiehlt es sich die Herren kastrieren zu lassen. So ist die Chance auf dauerhafte Harmonie deutlich höher, außerdem macht es eine evtl. in höherem Alter notwendig gewordene Vergesellschaftung, z.B. nach Tod eines Partnertieres, deutlich einfacher.

Ähnliche Regeln gelten auch bei s.g. Mischgruppen (mehrere Kastrate mit einer entsprechenden Anzahl Weibchen). Hier müssen neben viel Platz auch ausreichend Meeri-Damen vorhanden sein (empfohlen sind mind. 3 Weibchen für jeden Kastraten), damit die Herren sich nicht um die Mädels streiten müssen. Außerdem ist gerade bei der Mischgruppen-Haltung eine gute Sozialisierung der Meeris extrem wichtig. 

Aufgrund der benötigten Anzahl an Meerschweinchen ist diese Haltung aber wohl für die meisten Meeri-Besitzer nicht von allzu großer Bedeutung.

 

Das Meeri-Eigenheim

Auch für Meerschweinchen gilt: ein zu großes Gehege gibt es nicht! Zwar benötigen die kleinen Quieker etwas weniger Platz als Kaninchen, jedoch sind auch für Meerschweinchen keine ausreichend großen Ställe oder Käfige im Handel erhältlich, leider. 

Es wird immer noch sehr häufig falsch beraten, die zukünftigen Meerschweinchenhalter kaufen die viel zu kleinen Käfige und die Hersteller freuen sich. Zwar hat sich in der Haltung von Meerschweinchen in den vergangenen Jahren einiges zum Positiven geändert, aber die Hersteller sind bislang leider nicht mit der Zeit gegangen. Und solange aufgrund von Unwissenheit und / oder falscher Beratung die Verkaufszahlen von Heimtierkäfigen auch weiterhin stimmen wird sich daran auch nichts ändern.

Daher gilt: selber bauen ist ratsam!

Hierzu muss man kein geborener Heimwerker sein, aus ein paar Holzbrettern lassen sich wunderbar ausreichend große Gehege bauen, welche nicht nur hübscher aussehen als Gitterkäfige, sondern auch noch an die Wohnungseinrichtung angepasst werden können.

Auch besteht die Möglichkeit eines Klappgeheges - Anleitungen und Ideenvorschläge finden Sie haufenweise im Internet, da ist sicherlich für Jeden etwas Passendes dabei.

Als Mindestmaße/Anhaltspunkt für die Gehegegröße empfiehlt man heutzutage:

mind. 1,5qm für zwei Tiere / +0,5qm für jedes weitere Tier

mind. 2qm für ein Kastraten-Duo / für jeden weiteren Kastraten +1qm 

 

Wichtig ist, dass diese Mindestmaße in der Grundfläche erreicht werden. Eine Etage wird zwar von vielen Meeris gut angenommen, jedoch sollte diese nicht als Grundfläche mit einberechnet werden. Denn gerade ältere Tiere sind häufig nicht mehr in der Lage evtl. vorhandene Etagen zu nutzen, manche Meerschweinchen mögen es auch überhaupt nicht über Rampen oder Treppen zu laufen.

Gleichzeitig sollte die entsprechende Fläche den Schweinchen 24Stunden täglich zur Verfügung stehen, ein paar Stunden Auslauf täglich und ein zu kleines Gehege sind leider keine Lösung.

Auch wir möchten uns ja jederzeit frei bewegen können, da bilden Meeris keine Ausnahme

 

Die Einrichtung - welche Möbel brauchen Meerschweinchen?

Damit sich die kleinen Vierbeiner auch rundum wohl fühlen benötigen sie natürlich noch eine passende Einrichtung.

Meerschweinchen sind Fluchttiere und benötigen daher mehrere Unterschlupf- und Versteckmöglichkeiten.

Als Faustregel gilt: mind. ein Unterschlupf mehr als Tiere vorhanden sind.

Besonders eignen sich Weidenbrücken, Tunnel aus Baumrinden, Korkröhren, Unterstände oder auch die viel angebotenen Häuser. Wichtig ist immer, dass es mehrere Ein-/Ausgänge gibt und diese groß genug sind. Die Verstecke führen nicht selten zu kleineren Konflikten unter den Tieren - diese werden jedoch häufig zu einem ernsten Problem wenn es nur eine Öffnung gibt und das darin befindliche Tier nicht flüchten kann. 

Bei ausreichend vorhandenen Versteckmöglichkeiten mit genügend Ausgängen ist das Zusammenleben in den Gruppen deutlich harmonischer.

Die Unterschlupfmöglichkeiten sollten so aufgestellt werden, dass zwei Tiere immer noch problemlos, mit genügend Abstand aneinander vorbeilaufen können. Sollte es mal eine kleine Unstimmigkeit unter den Meeris geben möchten die kleinen Gesellen, wie auch wir Menschen, sich aus dem Weg gehen können.

Gerade bei der Haltung von reinen Kastratengruppen ist die Aufteilung und Einrichtung des Geheges besonders wichtig für ein harmonisches Zusammenleben. Hier sollten oben genannte Tipps besonders beachtet werden, Engstellen strikt vermieden und viele verschiedene Unterschlupfmöglichkeiten angeboten werden. Gerade bei den Herren der Schöpfung treten Konflikte häufig um Verstecke auf, sodass ein Häuschen mit nur einer Tür zu einer gefährlichen Sackgasse werden kann, wenn ein Tier sich drinnen befindet und das andere in der Tür sitzt und auch genau da hinein möchte.

Wenn man diese Regeln beachtet, die Tiere eine gute Sozialisation genossen haben und sich nicht gänzlich unsympatisch sind wird man viel Freude an seinen Meeri haben und jede Menge Verhaltensweisen beobachten können, egal ob Haremsgruppe oder Jungs-WG.

 

Natürlich ist es auch wichtig, vorallem bei größeren Gruppen, mehrere Futter- und Wasserstellen anzubieten. In harmonischen Gruppen wird zwar gern gemeinsam gefuttert, aber sollte es mal etwas Streit geben muss natürlich auch das schwächere Tier die Möglichkeit haben an Nahrung zu kommen. 

Vorallem mehrere Stellen mit Heu (dem Grundnahrungsmittel) sollten vorhanden sein. Auch hat sich gezeigt, dass selbst "Heumuffel" deutlich häufiger mal ein paar Halme knabbern wenn der Weg nicht so weit bis zur nächsten Raufe ist und man vielleicht sowieso gerade dran vorbei kommt.